(R)evolutionäre Kunst

Januar 24, 2022

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Digitale Annäherung an die Natur mit 3D-Scannen und 3D-Drucken

Yuko Oda lässt sich von der Natur und ihren Mechanismen inspirieren. Tiere und Pflanzen erscheinen auf den ersten Blick ganz normal, doch durch Neugier und Beobachtung offenbart sich ein Universum aus komplexen, intelligenten Systemen. Oda zeigt Respekt und Ehrfurcht vor der Natur, muss aber auch feststellen, dass die Menschen sie so stark verändert und verschmutzt haben, dass die meisten Bewohner der Natur vom Aussterben bedroht oder ausgestorben sind. In ihren Kunstwerken setzt sie sich mit dieser Realität auseinander, wobei die kontrastierenden Energien von Hoffnung und Verzweiflung zum Ausdruck kommen.

Oda erforscht die Überschneidung von Technologie und bildender Kunst und bringt oft deren Methodologien in einem Kunstwerk zusammen, indem sie beispielsweise digitale Skulpturen mit organischen Materialien erschafft. Sie reagiert auf die gegenwärtige Landschaft, indem sie die Koexistenz von Natur, Synthetik und von Menschen geschaffener Technik untersucht. Sie kombiniert auch traditionelle Kunst mit unerwarteten Materialwahlen und Arbeitsmethoden, um Grenzen zu überschreiten und neue Ästhetik zu erforschen.

 

Verschmelzung von Technik und Natur in der Kunst

Bild 1: von Yuko Oda verschmilzt 3D-gedruckte und organische Teile der Natur "Əvolution"
Bild 1: von Yuko Oda verschmilzt 3D-gedruckte und organische Teile der Natur „Əvolution“

 

„Əvolution“ ist eine digitale Skulptur, die die Koexistenz von synthetischer und organischer Natur thematisiert. Tautropfen aus klarem Harz heben sich von der Oberfläche echter Blätter ab und verwandeln sich in amorphe Formen, die allmählich blattähnlich werden. So wird eine Energieübertragung vom Organischen zum Synthetischen dargestellt, während die Natur nachgebildet und nachgeahmt wird.

Der Arbeitsablauf, bei dem die feinen Details organischer Objekte in dieses (r)evolutionäre Kunstwerk eingearbeitet wurden, war wie folgt:

Schritt 1: Digitalisierung der Natur

Bild 2: 3D-Scannen eines Ahornblatts mit EinScan
Bild 2: 3D-Scannen eines Ahornblatts mit EinScan

 

Mit Hilfe eines EinScan Multifunktion-3D-Scanners, in Kombination mit dem Industrial Pack, konnten die feinen Details eines Ahornblattes sehr detailliert erfasst werden.

„Ich habe es immer geliebt, die Grenzen der 3D-Technologie auszuloten und Formen zu schaffen, die mit Maschinen zu zerbrechlich und kompliziert wären.“

-Yuko Oda

 

Schritt 2: Modifizierung der Natur

Bild 3: 3D-Modell des Ahornblatts in Zbrush
Bild 3: 3D-Modell des Ahornblatts in Zbrush

 

Mithilfe von Zbrush und Autodesk Maya wurden die 3D-Scans gemorpht und abstrahiert, um schrittweise Veränderungen in Form von Tröpfchen auf organischen Blättern darzustellen.

Bild 4: Die in Autodesk Maya dargestellten Tröpfchen
Bild 4: Die in Autodesk Maya dargestellten Tröpfchen

 

Bild 5: 3D-gedruckte Tröpfchen auf organischen Blättern
Bild 5: 3D-gedruckte Tröpfchen auf organischen Blättern

 

Schritt 3: Reproduktion der Natur

Bild 6: Die digitalen Daten des Blattes, bereit für den 3D-Druck
Bild 6: Die digitalen Daten des Blattes, bereit für den 3D-Druck

 

Bild 7: 3D-gedrucktes Blatt aus transparentem Harz
Bild 7: 3D-gedrucktes Blatt aus transparentem Harz

 

Bild 8: Zusammenstellung der Kunstwerke durch Yuko Oda in der Boston Sculptors Gallery
Bild 8: Zusammenstellung der Kunstwerke durch Yuko Oda in der Boston Sculptors Gallery

 

Die Kunstinstallation wurde in der Ausstellung „Becoming“ in der Boston Sculptors Gallery im Januar und Februar 2021 und in der Hammond Art Gallery in der Fitchburg State University in einer Einzelausstellung „The Heaviness and Lightness of Being“ im September und Oktober 2021 ausgestellt.

 

Über Yuko Oda

Yuko Odas Kunstwerke wurden bei der SIGGRAPH Asia 2016 (Macao), dem Dumbo Arts Festival (NY), der Calvin-Morris Gallery (NY), dem Beijing Today Art Museum, Maki Fine Arts (Tokyo), dem Annemarie Sculpture Garden and Art Center (MD) und dem Rhode Island School of Design Museum ausgestellt. Odas Animation „Take Off“ war Finalist im internationalen Animationswettbewerb „Artport: Cool Stories for When the Planet Gets Hot“ und wurde international gezeigt, unter anderem in der Film Society of Lincoln Center in New York, im DIA Center (NY), im Art Supermarket (Stockholm), auf der Art Miami Basel (FL), der Bridge Art Fair (NY), der Diva Art Fair (Paris) und der Scope Art Fair (Basel/NY). Oda war Stipendiatin des Vermont Studio Center, der Chashama North Residency, der Goetemann Residency und der Byrdcliffe Artist Residency.

Oda besitzt einen Abschluss als Master of Fine Arts der Rhode Island School of Design und einen Bachelor of Arts der Duke University. Nachdem sie 15 Jahre lang als Künstlerin und Pädagogin in New York gelebt und gearbeitet hatte, zog Oda 2017 nach Boston. Derzeit unterrichtet sie im Fachbereich Art and Design an der University of Massachusetts Lowell.

 

Weitere Informationen über Yuko Oda und ihre Kunstwerke finden Sie auf ihrer Website www.yukooda.com

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