FALLSTUDIEN
Veröffentlicht am 22. April 2026
3D-Scanning und 3D-Druck: Wie ein Aero Minor Le Mans Oldtimer wieder auf die Rennstrecke zurückkehrt
Dank 3D-Scanning und 3D-Druck kehrt ein Aero Minor Le Mans Rennwagen zurück auf die Strecke. Erfahren Sie, wie die Oldtimer Restaurierung mit moderner Messtechnik gelingt.
Moderne Technologie bringt klassische Oldtimer zurück auf die Rennstrecke. Dank 3D-Scanning können wir präzise digitale Kopien von Bauteilen erstellen, die schon lange nicht mehr produziert werden und für die es keine Fertigungsunterlagen mehr gibt. Mit dem 3D-Druck lassen sich die benötigten Teile sogar als Einzelteile nach Maß anfertigen, ohne dass teure Gussformen benötigt werden. Ein solches Fahrzeug, das sich in der Nachkriegszeit auszeichnete und auch heute noch mit Hilfe der 3D-Technologie Rennen fährt, ist der Aero Minor Sport.
Die tschechoslowakische "Zigarre" überraschte in Le Mans
Mit dem Aero Minor Sport gelang den Tschechoslowaken ein sensationeller Einstieg in die Renngeschichte der Nachkriegszeit. Dieses kleine, leichte zweisitzige "Formel"-Auto erzielte Ende der 1940er Jahre im legendären Le Mans einen Erfolg, der von keinem anderen tschechischen Fahrzeug oder Fahrer übertroffen wurde.
Der Wagen war mit einem Gewicht von knapp über 400 Kilogramm extrem leicht, und fast alle Teile - mit Ausnahme der Benzinpumpe - waren rein tschechoslowakisch. Angetrieben wurde er von einem 745 cm³ großen Zweitakt-Zweizylindermotor mit einer Leistung von etwa 22 kW (etwas mehr als 30 PS). Trotz der bescheidenen Leistung erreichte er dank seines geringen Gewichts eine Geschwindigkeit von etwa 130 km/h und war damit perfekt für die Rennklasse unter 750 cm³ geeignet.


Ein Blick in das bescheidene Cockpit des berühmten Rennwagens.
Le Mans Redux ist eine Gruppe von sechs Freunden. Sie waren es, die dem Wunsch erlegen sind, den Aero Minor wieder auf die Rennstrecke zu bringen.
Am 24. Juni 1949 starteten 49 Fahrzeuge bei den 24 Stunden von Le Mans, nur 19 kamen ins Ziel. Bei brütender Hitze von 40 Grad und auf den zerstörten Straßen der Nachkriegszeit sorgte die Mannschaft von Krattner und Sutnar für eine Sensation. Sie belegten den 15. Platz in der Gesamtwertung, aber den ersten Platz in ihrer Klasse und den zweiten Platz in der absoluten Wertung (berechnet nach dem Leistungskoeffizienten), nur übertroffen von einem 12-Zylinder Ferrari 166. Seit diesem Ereignis wird der Wagen oft als "Minor Le Mans" bezeichnet.
Erste 3D-Vermessung des historischen Fahrzeugs
Die Besitzer dieses Rennjuwels wandten sich an die Spezialisten von ADMASYS CZ, um einen vollständigen und detaillierten Scan des Fahrzeugs durchzuführen. Ziel war es, die gesamte Form des Wagens (einschließlich der Innenteile) zu erhalten und zu digitalisieren, um sicherzustellen, dass er im Falle eines Rennunfalls rekonstruiert werden kann, da der Wagen immer noch aktiv an Veranstaltungen wie der Le Mans Classic teilnimmt.
Das Team verwendete einen FreeScan Combo+ 3D-Scanner, der 3,6 Millionen Punkte pro Sekunde erfassen kann. So konnte die Vereinigung "Le Mans Redux" - eine Gruppe von sechs Freunden, die sich für die Rückkehr des Aero Minor auf die Rennstrecke engagieren - ein vollständiges digitales Backup des Fahrzeugs erhalten.
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Kundenspezifisches Ersatzteil aus pulverisiertem Nylon
Ein spezielles mechanisches Problem trat auf, als die Anlasserspule zu versagen begann. Nachforschungen ergaben, dass das Auto einen speziell modifizierten Anlasser verwendete, bei dem der Flansch gedreht worden war, so dass die Schraubenlöcher anders ausgerichtet waren, wodurch die Spule den Motorblock nicht berühren und überhitzen konnte.
Um dies zu beheben:
Die Techniker nahmen einen Standardflansch und scannten ihn ein.
Der Scan wurde in ein parametrisches 3D-Modell umgewandelt, in dem die Schraubenlöcher an die richtige Position verschoben wurden.
Das geänderte Teil wurde mit einem Formlabs Fuse 3D-Drucker unter Verwendung von pulverförmigem Nylon gedruckt.
Dieses Nylonmaterial bietet die für den Rennsport erforderliche Festigkeit, Haltbarkeit und Widerstandsfähigkeit gegen Vibrationen. Dieser 3D-gedruckte Kunststoffflansch funktioniert nun schon seit über einem Jahr zuverlässig im Auto, auch bei Rennen in Le Mans.

Der Flansch wurde zunächst gescannt, in einem 3D-CAD-Programm nach den Vorgaben modifiziert und anschließend mit einem Formlabs Fuse 3D-Drucker aus Pulver gedruckt. Er verrichtet bis heute zuverlässig seinen Dienst am Oldtimer-Rennwagen.
Die Vorteile der additiven Fertigung
Die Geschichte des Minor zeigt, dass es beim 3D-Druck oft um mehr als nur um Kosteneinsparungen geht; es geht um die Lösung von Problemen, die eine Maschine sonst unbrauchbar machen würden. Er bietet Konstrukteuren kreativen Freiraum für die Herstellung von Teilen, die aus Katalogen verschwunden sind, oder für die Fertigung komplexer Geometrien, die mit herkömmlichen Methoden unmöglich zu realisieren sind.
Durch den Einsatz von 3D-Druck:
-
Entfallen teure Gussformen.
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Gibt es keine langen Wartezeiten auf externe Lieferanten.
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Besteht keine Notwendigkeit, große Lagerbestände an Ersatzteilen zu unterhalten.
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Moderne Materialien wie pulverisiertes Nylon sind haltbar genug für den rauen Rennsport.
Diese Technologie hat sich von einem "technologischen Spielzeug" zur logischsten und effizientesten Lösung für die Fertigungsherausforderungen in der Automobilindustrie und darüber hinaus entwickelt.

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